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Erlebnisweg Wallensteins Lager

Der im März 2021 eröffnete Erlebnisweg Wallensteins Lager hat seinen Ursprung in einer Initiative des Regionalpark-Fördervereins. Angestoßen durch den Förderverein haben die Städte Zirndorf, Oberasbach und Stein die Idee der Erlebbarmachung des historischen Feldlagers aufgegriffen und als gemeinsames Projekt realisiert. Über einen Steuerungskreis war der Förderverein in allen Phasen begleitend in den Projektfortschritt eingebunden. 

Historischer Kontext des Erlebnisweges ist die Konfrontation zwischen dem Schwedenkönig Gustav Adolf, der im Dreißigjährigen Krieg die Städte Fürth und Nürnberg besetzt hielt, und Wallenstein als Führer der kaiserlichen Armee. Um seinem Gegner die Nachschublinien zu sperren, ließ Wallenstein im Gebiet der heutigen drei Städte Zirndorf, Oberasbach und Stein ein riesiges Lager für 31.000 Infanteristen, 12.000 Reiter, insgesamt wohl 80.000 Menschen errichten. Entstanden ist ein Blockadering, den Gustav Adolf in der Schlacht an der Alten Veste 1632 nicht entscheidend durchbrechen konnte. Aus einer Reihe von Veröffentlichungen ragt die von Prof. Helmut Mahr hervor, in der die Geschehnisse des Jahres 1632 anhand des sog. Trexelplans eingehend erläutert werden.

Helmut Mahr: Wallenstein vor Nürnberg 1632
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Konzeption Erlebnisweg Wallensteins Lager
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Der Umgriff des gewaltigen Feldlagers ist heute in weiten Teilen von den Siedlungen der Städte überbaut, tangiert mit dem Areal des Hainbergs aber auch einen beliebten Naherholungsraum, der unmittelbar an die Städte Nürnberg und Fürth angrenzt. Erinnerungen an das größte Feldlager der Weltgeschichte sind der Aussichtsturm der Alten Veste, ein Wallenstein-Rundwanderweg und der Nachbau einer ehemaligen Artillerieschanze. Erst mit der Initiative des Fördervereins aber war der Anstoß für ein Gesamtkonzept zur Erlebbarmachung des historisch so bedeutsamen Ortes gegeben. 

Eine erste Entwurfsskizze des Fördervereins diente dazu, die Parlamente der beteiligten Städte für die Idee zu gewinnen. In einer gemeinsamen Ratssitzung am 4. Juli 2018 verständigten sich die Städte auf die Durchführung des Projekts. Der Landkreis sagte die Bewilligung von Fördermitteln aus dem EU-Programm „Leader“ zu und eine kompetente Agentur wurde mit der Planung und Durchführung beauftragt. 

 

Im Mittelpunkt steht die Aufwertung und Ergänzung des bestehenden Rundwanderweges, der die äußere Grenze des ehemaligen Lagers nachzeichnet und die Dimension begreifbar macht. Wesentliche Bausteine der Qualifizierung sind Erlebnisstationen entlang des Weges, die die historischen Ereignisse aus unterschiedlichen Perspektiven in den Blick nehmen. Die inhaltliche Aufbereitung der Stationen wurde durch einen Kreis von Kurator*innen, maßgeblich der Kreisheimatpfleger und Mitarbeitende des Museums Zirndorf, geleistet. Entstanden sind Texte, die der Dramatik und Tragik der Ereignisse des Dreißigjährigen Krieges in behutsamer Weise Rechnung tragen.

Übersichtsplan Erlebnisweg Wallensteins Lager
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Am 27. März 2021 konnte der Erlebnisweg mit insgesamt 28 Stationen unterschiedlicher Größe eröffnet werden. Das Grundmaterial Cortenstahl verleiht den Stationen eine einheitliche Gestaltung.

Knappe aber informative Texte und Illustrationen informieren zur Geschichte des Lagers und zum Dreißigjährigen Krieg, weitergehende Informationen stehen über eine kostenlose App zur Verfügung . Einige Erlebnisstationen sind mit einer Bank und der Möglichkeit, einem Erzähltext zuzuhören, ausgestattet, an anderen kann man das Gewicht einer Lanze ausprobieren oder Entdeckungen in Fundgruben machen.

App Erlebnisweg Wallensteins Lager
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Erlebnisweg: Bodenmarkierung
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In den Städten geben in die Pflasterbeläge eingelassene runde Metallscheiben Hinweise auf das Lager. 

Der Rundweg ist durch den Fränkischen Albverein markiert. Neben dem Gesamtweg mit einer Länge von 20 km gibt es im Bibert- und Asbachgrund oder durch die Ortsmitte von Oberasbach Möglichkeiten, auch kürzere Wege zu wählen. Man erreicht das Wegenetz über mehrere Haltepunkte des Öffentlichen Nahverkehrs (Bahnlinie Fürth-Cadolzburg, S-Bahn oder Bus).

Die Wege führen durch landschaftlich geprägte Bereiche des Stadtwaldes, des Rednitz-Bibert-Asbachgrundes, des Naturschutzgebietes Hainberg sowie durch Siedlungsbereiche. Den zentralen Ausgangspunkt bildet die Alte Veste auf dem Rosenberg in Zirndorf als wesentlicher Ort der Schlacht von 1632.

Die Gesamtkosten zur Herstellung des Erlebnisweges betrugen 448.000 EUR, rund 183.000 EUR davon wurden durch das EU-Programm „Leader“ gefördert.

Weitergehende Informationen zum Erlebnisweg Wallensteins Lager stellt die Stadt Stein auf ihrer Internetseite zur Verfügung.

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hat im Zeitraum 2023-2025 das MORO Regionalparks durchgeführt – ein Modellvorhaben der Raumordnung, bei dem der Frage nachgegangen wurde, wie Regionalparks als strategisches Instrument zur Freiraum- und Landschaftsentwicklung in Verdichtungsräumen beitragen können. Der Förderverein hat mit dem Erlebnisweg Wallensteins Lager als eine von sechs Fallstudien am MORO teilgenommen.

Erlebnisweg: Markierung Rundweg
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Bildquellen

Hintergrund Seitenkopf: Degener Verlag 1982: „Wallenstein vor Nürnberg 1632“ von Helmut Mahr

[1]  Degener Verlag 1982: „Wallenstein vor Nürnberg 1632“ von Helmut Mahr

[2]  Gerd Aufmkolk / Kartengrundlage: © Bayerische Vermessungsverwaltung

[3]  Stadt Stein / Kartengrundlage: Bernhard Spachmüller, Ing.-Büro für Kartographie, Schwabach

[4]  Stadt Stein

[5]  Gerd Aufmkolk